Bulimie (Ess-Brech-Sucht)

Der Begriff Bulimie kommt aus dem Griechischen und bedeutet soviel wie „Ochsenhunger“. Charakterisiert wird diese Essstörung durch einen unkontrollierten Essdrang und damit herbeigeführtes Erbrechen. Das Essen wird hier oft zum bewältigen von Frust, Stress oder Kummer eingesetzt. Betroffene werden von Fressanfällen heimgesucht und können sich nicht mehr unter Kontrolle halten. Sie nehmen kalorienreiche Lebensmittel zu sich und bekommen nach diesen Anfällen eine panische Angst zuzunehmen. Durch das Erbrechen, durch exzessiven Sport aber auch durch Medikamentenmissbrauch (wie z.B. Abführmittel und Appetitzügler) versuchen sie, ihr Gewicht zu kontrollieren.

Wie bei Magersucht isolieren sich Betroffene von ihrer Umgebung und neigen zu depressivem Verhalten. Allerdings wird die Bulimie, anders als bei der Magersucht, erst spät erkannt. Die Krankheit kann sehr lange Zeit unbemerkt bleiben, da die Betroffenen sehr wenig, bzw. gar nicht an Untergewicht oder in Ausnahmefällen sogar an Übergewicht leiden. Auch ihr Essverhalten wirkt nach außen hin normal, da diese Fressanfälle heimlich stattfinden. Besonders betroffen sind Frauen zwischen 18 - 30 Jahren. Aber auch immer mehr Männer leiden heutzutage an Bulimie. Oft wird die Bulimie durch seelische und soziale Probleme, wie z.B. Leistungszwang, Karrieredrang, Selbstverletzungen, Alkohol- und Drogenmissbrauch begleitet. Auch die Bulimie kann wie die Magersucht lebensbedrohlich werden.

Die Bulimie wird unter anderem mit folgenden Erscheinungen beschrieben:

• Betroffene halten oft eine Diät oder fasten immer wieder
• mind. 2 Essattacken pro Woche über einen Zeitraum von 3 Monaten (leicht verzehrbare und kalorienreiche Nahrungsmittel)
• vermehrt Light-Produkte und fettarme Produkte im Beisein Anderer
• Sie entwickeln einen enormen Selbsthass
• Sie verlieren die Kontrolle über ihr Essverhalten
• Sie beschäftigen sich übertrieben oft mit ihrem Gewicht und ihrer Figur
• Ihre Gedanken kreisen nur ums Essen
• Sie nehmen Abführmittel oder entwässernde Medikamente ein
• Sie verschwinden nach dem Essen ins Badezimmer und halten sich längere Zeit dort auf
• Magenbeschwerden und Halsschmerzen treten auf
• Sie ziehen sich oft zurück
• Viele leiden unter Depressionen
• Sie leugnen ihre Krankheit
• Durch den hohen Nahrungsmittelkonsum können finanzielle Schwierigkeiten entstehen
• Die äußere Fassade ist oft perfekt